Das Kinderhaus aus Elternsicht: Ein Interview

A: Wir haben uns ja heute getroffen, damit ich dich zu den Besonderheiten des Kinderhauses interviewen kann, weil wir als Elternbeirat, diese Besonderheiten gerne mal aus Elternsicht darstellen würden.

 

B: Ja, genau. Im Kinderhaus Effax gibt es ja schon ein paar Unterschiede zu vielen anderen Einrichtungen.

 

A: Dann erzähl doch vielleicht mal, was im Kinderhausalltag anders läuft.

 

B: Ja, gerne. Das Besondere ist, dass es ein offenes Konzept gibt. Das heißt, wir haben keine festen Gruppenräume, in denen alle Kinder einer Gruppe gemeinsam spielen. Stattdessen gibt es im Kinderhaus verschiedene Räume, in denen sich die Kinder bewegen können. Zum Beispiel kommen viele Kinder erstmal im Wohnzimmer an, manche entscheiden sich aber auch dazu, zuerst ins Bistro frühstücken zu gehen oder kommen später und wissen genau, wo sie hinwollen. Wenn dann im Laufe des Morgens nämlich die weiteren Bereiche öffnen, können sich die Kinder entscheiden, ob Sie lieber in einem Raum spielen möchten in dem gebaut wird oder ob sie lieber basteln oder sich verkleiden möchten. Dafür gibt es dann die jeweiligen Räume, was auch zur Struktur beiträgt, weil nicht alles ineinander übergeht. Die Kinder können sich also frei im Haus bewegen und werden natürlich auch dabei unterstützt sich für einen Bereich zu entscheiden.

 

A: Deine Kinder waren ja alle im Kinderhaus. Was ist dein Eindruck, wie haben die Kinder dieses offene Konzept erlebt?

 

B: Mein Eindruck ist, dass die Kinder dadurch selbstständig werden, auf Symbole achten lernen und auch Mitverantwortung übernehmen. Wenn man sein Kind beispielsweise abholt, kann es gut sein, dass man von einem anderen Kind erfährt, wo es sich gerade befindet. Das heißt, die Kinder wissen schnell, welcher Erwachsene welches Kind abholt und sagen dann zum Beispiel: „Der Tim ist im Atelier!“ Mein Eindruck ist, dass diese Mitverantwortung die Kinder sehr stärkt und sie daran wachsen. Es ist natürlich auch immer eine Erzieherin, die „Frau mit Tuch“ da, die die ankommenden Eltern informiert, wo sich das eigene Kind gerade aufhält.

 

A: Könntest du noch was zur „Frau mit Tuch“ sagen? Das ist ja eine Besonderheit im Kinderhaus.

 

B: Ja, die „Frau mich Tuch“ ist eine Erzieherin mit einer wichtigen Funktion. Sie ist für alle Kinder und Eltern ansprechbar und hat den Überblick, wo alle Kinder sind und was sie brauchen. Ich denke, das ist aus Elternperspektive interessant, denn die „Frau mit Tuch“ ist auch für den Empfang von Kindern zuständig, die vielleicht mal nicht so Lust haben in den Kindergarten zu gehen oder sich schwer trennen können. Diese Kinder können dann erstmal bei der „Frau mit Tuch“ ankommen und sie hilft dabei, sich im Kinderhaus einzufinden. Das ist schön, weil ich weiß, ich kann mein Kind jemandem übergeben, der nicht gleichzeitig für zehn andere Kinder zuständig ist. Das macht es einem als Eltern oft leichter die Verantwortung abzugeben.

 

A: Und wie läuft es dann in den verschiedenen Bereichen? Man könnte vielleicht vermuten, dass da ein großes Durcheinander herrscht, wenn Kinder kommen und gehen?

 

B: Das ist ja das Faszinierende, das sich die Kinder eben den Bereich suchen, der gerade am meisten ihren Bedürfnissen entspricht und das vieles dadurch entzerrt wird. Es ist natürlich Aufgabe der Erzieherinnen in den unterschiedlichen Bereichen zu schauen, dass da nicht zu viel Trubel herrscht. Da kann es schonmal sein, dass Kindern aus dem Atelier angeboten wird, in den Bewegungsraum zu gehen, wenn der Bewegungsdrang gerade sehr groß ist. Ich glaube, dass ist auch so eine Besonderheit, dass die Kinder dadurch lernen zu spüren „was brauche ich eigentlich gerade?“ aber auch lernen mal „zurückzustecken“, wenn der Bereich, in den sie gerade möchten, schon zu voll ist.

 

A: Vielen Dank für dieses Gespräch!

 

B: Gerne!

 

Kinderhaus Effax

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